Sonntag, 25. Dezember 2016

Jahreswebarbeit 2016 - oder Versuch macht klu(g)ch

Ja was sollt man dazu schreiben, 
 
vielleicht Pleiten, Pech und Pannen?
oder
Ende gut, Alles gut?
oder
aus der Not eine Tugend gemacht?
oder
Humor ist, wenn man trotzdem lacht?
 
Ich fange einfach mal von vorne an.
 

Ende 2015 habe ich euch schon mal diese gesponnen Garne gezeigt, insgesamt ca. 1400 Gramm, die ich über das Jahr 2015 immer mal zwischendurch gesponnen habe.
Das Braun ist Alpaka, die bunten Farben sind Krapp und Cochenille in Superwash-Qualität

 
Damit habe ich im Laufe von zwei Webkursen einen Plaid  gewebt. Geplant habe ich zwei Bahnen, ca. 85cm breit und 2,10 mal lang, denn es sollte eine schöne große Kuscheldecke geben und die Webbreite auf dem Webstuhl war mir zu schmal, deshalb entschied ich mich für zwei Bahnen.

Das Alpaka habe ich in der Kette verwendet und die bunten Farben im Schuss. Gewebt habe ich einen 3:1 Köper, der zwei verschiedene Seiten erzeugte Auf der Rückseite dominiert das braune Alpaka.


Zum Kursende im November konnte ich dann diese beiden Bahnen mit nach hause nehmen.
Beim ersten Entspannungsbad lief die Decke kaum ein, ich hatte recht locker gewebt und entschloss mich leichtfertig zu einer Schonwäsche in der Waschmaschine. Denn ich wollte erreichen, dass die Kette etwas einläuft.


Es kam wie es wohl kommen musste, ich holte diese Wellenteile aus der Waschmaschine, diesen Schock musste ich erst mal einige Tage verdauen.

Die Decke war nicht nur in der Länge eingelaufen, sondern teilweise auch in der Breite, meine angeblichen Superwash-Fasern erwiesen sich teilweise als gut filzfähig.

Trotz allem Ärger deckte ich mich gerne mit den beiden Bahnen auf dem Sofa zu und gerade die Alpaka-Seite erwies sich als superkuschelig, so dass ich beschloss,
wegwerfen geht gar nicht.


 
So kam mir die Idee zu einer Patchworkdecke, ich habe die Webteile je nach Filzgrad in Querstreifen zerschnitten mit der Overlock gut versäubert
 
 
und dann mit extra markanten Nähten per Hand wieder zusammengefügt.
 
 
Die Decke hat jetzt eine Größe von ca. 1,30 x 1,30m, witzig finde ich die Fransen an jeder Seite.
Die Größe ist sehr schön, als wärmende Hülle während des Strickens auf dem Sofa zu gebrauchen.
 
 
Hier kann man die dunklere, kuschelig wärmende Alpaka-Rückseite im oberen Bereich sehen.
 
 
Und noch ein Detailbild von den ebenfalls schön verfilzten Fransen, diesen Effekt wollte ich ansonsten per Hand erzeugen. Den Arbeitsgang hat die Waschmaschine dann gleich mit übernommen :-)))
 
 

Da mir die Alpaka-Wollmischung so gut gefällt, überlege ich nun mein Projekt evtl. zu wiederholen, denn eine richtig lange Sofadecke wäre ja schon schön.....

Kommentare:

LuSyl hat gesagt…

Oh wie schade, da war dir bestimmt erstmal nach Heulen zumute. Aber du hast das super schön gelöst. Ich finde, die Decke sieht jetzt klasse aus und die Fransen finde ich sehr witzig! Viel Freude damit!

LG

Sylvia

deUhl hat gesagt…

Wie furchtbar,da wäre ich auch traurig ohne Ende.
Das endgültige Ergebnis sieht doch toll aus und ich hoffe es tröstet Dich.
Herzliche Grüsse,Sabine

Anke hat gesagt…

Deine Decke hat einen ganz tollen Farbton. Schon deshalb wäre sie ein Lieblingsstück bei mir. Das Braun mit dem Rosa harmoniert prächtig.
Aber deinen Blick nach dem Waschgang kann ich mir sehr gut vorstellen. Ging es mir doch mal ähnlich nach dem Stricken eines aufwändigen Schals mit Muster. Ehe ich ihn verschenken wollte, dachte ich, vorsichtig bei 30 Grad waschen ... :-((
Und dann habe ich ein neues Geschenk ausgesucht. ;-)

LG Anke

Birgit Olann hat gesagt…

Claudia, deine Überlegungen finde ich toll, nach dem unerwarteten Verhalten der Wolle sich nicht entmutigen zu lassen. Die Fransen hier und da, die sind wirklich originell! Ich stecke noch absolut in den Web-Kinderschuhen und bin für deinen Bericht über was man doch machen kann, wenn es auch mal nicht so läuft wie geplant sehr dankbar. Mach's gut, Birgit

Birgit hat gesagt…

Ich finde das ist sehr gut gelöst. Die Decke sieht nicht nur toll und kuschelig warm aus, sonder einzigartig und ausgefallen; zum Beispiel die jetzige Anordnung von den Fransen.

Liebe Grüße
Birgit

Sprotte hat gesagt…

... Und so wurde aus der braven Zweibahnendecke ein Traumteilchen! Die versetzten Fransen sind genial, die Farbfelder viel harmonischer kombiniert als beim ursprünglichen Entwurf - ergo : Danke, Waschmaschine!

StrickRatte hat gesagt…

Eine spannende Arbeit Ende gut alles gut,du hast das Problem wunderbar gelöst.
Die Decke ist auf jeden Fall schön kuschelig und erfüllt den Zweck.
LG Hannelore

Barbara Leisching hat gesagt…

Liebe Claudia,

hätte ich Stummfilm gehabt, dann hätte ich gedacht: Oh was für schöne Schals mit so schöner Struktur/Schnitt! Aber ich kenne das auch, wenn etwas nicht so geworden ist, wie geplant, dann ärgere ich mich. Auch wenn alle anderen sagen, das ist toll. Die Decke sieht sehr kuschelig aus und ich denke mit der Weile wird das für Dich sicher ein Lieblingsstück

WolleNatur Farben hat gesagt…

Oh wie kreativ liebe Claudia! Wie wunderbar dein Ergebnis! Ich kenne solche Schocks nach solch langen Webprozessen und ich finde dein Modell " Hab was draus gemacht" Decke so richtig schön,mit allem Drum und Dran, den Farben, der Patchworkkombination hat sie eine besondere Ausstrahlung. Erzählte Lebensgeschichte, lebendig gewordene textile Zeit....Dir noch gute Rauhnächte und ganz herzliche Grüße Anke

Sheepy hat gesagt…

Welch ein Werdegang und so ein tolles Ergebnis. Ja manchmal kommt es anders als man / frau denkt und die Kunst ist es doch aus allem was zu zaubern. Ein perfekte Lösung.
Bleib bitte auch im neuen Jahr so schön kreativ. Ich freu mich schon jetzt auf das Lesen hier.
Ich wünsche dir einen guten Jahreswechsel und verbleibe mit lieben Inselgrüßen Sheepy

Frauke hat gesagt…

Hallo Claudia, deine Decke ist wunderschön und einzigartig. gerade durch die Erzählungen lebt sie.
ich wasschen meine Wollkleidung alle in der Waschmaschinen im Wollprogramm und dann passiert nichts.
Allerdings habe ich mal versehentlich eine Patchworkdecke, gefüttert mit einem Wollvlies, im Normalwaschgang mit viel Bewegung gewaschen. Und da war das Wollvlies auf der Oberseite, die Decke kruckelig, nur gebe ich auch nicht auf sonern entferne die Fuseln obenauf . Sie sieht jetz eben aus wie die historischen Decken, die auch etwas knüddelig sind.
Am Strand ist sie immer noch ein Hingucker und warm von unten.
Lg. Frauke

webkante hat gesagt…

Au Weia;O(
Das erinnert mich an mein Filz-Desaster mit dem Falkenberg-Pulli. Ich glaube danach hatte ich beschlossen NIE wieder in der Waschmaschine zu filzen, sondern nur noch kontrolliert im Trockner.
Aber ich finde du hast das hervorragend gelöst!! Und das ist doch immer wieder das Spannende am Handwerkeln... man weiß vorher nie wirklich was draus wird und muss flexibel sein. Diese Flexibilität hast du eindeutig bewiesen und ich finde dein Ergebnis toll! Bring mal die Decke zum neuen Semester in die Webklasse mit.
Liebe Grüße !
Kristina

sabina hat gesagt…

Die fertige Decke ist wunderschön, du hast sie super gerettet. Meine Grossmutter hatte einen Webstuhl, ich habe bei ihr öfters gewebt. Drum weiss ich, was für eine Riesenarbeit das ist (vor allem das Einrichten ;-)) Ganz klar, konntest du diese Arbeit nicht einfach wegschmeissen!
Jetzt hast du eine sehr schöne, einzigartige Decke mit einer speziellen Entstehungsgeschichte :-)
Liebi Grüess
Sabina