In der letzten Zeit habe ich öfters gefilzte Sitzfellchen bestaunt, da ich bislang nirgends eine Anleitung gefunden habe, habe ich mir selbst eine Filz-Methode ausgedacht.
Als Filzmaterial kam mir die Wolle dieser Walliser Schwarznasen gerade recht. Die Wolle ist schon ziemlich sauber, denn die Damen und Herren waren einige Wochen vor der Schur zur Ausstellung und hatten vorher ein Bad genossen.
Denn es wird die ungewaschene Rohwolle verwendet, deshalb ist es auch günstig die ganze Filzerei nach draußen zu verlegen, denn da läuft auch schon mal recht braune Brühe aus der Wolle.
Damit das ganze eine runde Form bekommt und sich ein dichtes Fell ergibt, habe ich einen großen Blumenuntersetzer zur Hilfe genommen. Ein Kunststofftablett oder ein altes Backblech, für eher eckige Fellchen, müssten auch gute Dienste leisten. In den Blumenuntersetzer habe ich dicht an dicht die Vliesteile gelegt, wobei die Locken nach unten und die Schnittkanten nach oben kommen.
Als nächsten Schritt habe ich mehrere Lagen gut filzendes Bergschafvlies, dünn auf der Wolle ausgebreitet.
Nun kommt ein Stück Fliegengitter und reichlich Seifenlauge auf die Wolle.
Jetzt wird vorsichtig angefilzt,
nach einiger Zeit hat sich eine feste Filzmatte gebildet, die sich mit den Locken verbunden hat und es kann direkt auf der Wolle noch etwas weiter gefilzt werden. Wer mag, kann dann auch das Sitzfellchen aus der Schale rausnehmen und noch etwas vorsichtig walken.
Das fertige Fellchen ist dann übrigens um einiges größer als die verwendete Schale, da die Locken seitlich überhängen.
Der Rohstoff für die grauen Fellchen ist Gotländisches Pelzschaf, welches ich von Föhr mitgebracht habe. Der Kontakt zu Heike, hat sich durch Ravelry ergeben, das ist doch sehr schön, wenn sich durch unser Hobby so nette persönliche Kontakte ergeben.
Das Gotländische Pelzschaf war wesentlich dreckiger als die Schwarznasenwolle, ich hatte jedoch auch schon eher zusammenhängende Vliesteile, welche die Filzerei begünstigten. Da wird jede Rohwolle ihre Vor- und Nachteile haben und ein wenig Experimentierfreude erfordern.