Mittwoch, 10. Juli 2019

Auf den Spuren der sächsischen Weber II

Heute komme ich mal dazu, weiter von meiner Reise nach Sachsen zu berichten.

Auf dem Rückweg von Zittau haben wir noch das Industriemuseum in Crimmitschau besichtigt.

Hat uns in Großschönau besonders die hohe handwerkliche Kunst der Damastweberei beeindruckt, so imponierte uns in Crimmitschau alleine schon die Größe des Museumsgeländes.


In mehreren großen Fabrikhallen kann man die Entwicklung vom Rohmaterial zum fertigen Stoff nachvollziehen. Zu DDR- Zeiten wurden dort ausschließlich Stoffe aus folgendem Gemisch hergestellt.


40% Wolle, 30% Zellstoff ( Viskose),30% Dederon ( Kunstfaser)
Noch heute kann man den kompletten Fertigungsprozess nachvollziehen.


Das Rohmaterial wird im Wolf gemischt und aufgelockert.


Es gab früher insgesamt 7 riesige Kardiermaschinen, jede  Maschine war fast 20 m lang.


Das fertig kardierte Material


wird zu einem Vorgarn versponnen 


und anschließend zu einem richtigen Faden versponnen und verzwirnt.



Zum Weben muss das Garn noch mal auf Weberschiffchen umgespult werden.


Einer der zahlreichen Webstühle


und hier eine ganze "Straße".


Zum Schluss wird der fertige Ballen vermessen und gewogen.


Leider wurde der Betrieb nach der Wende geschlossen und die ca. 200 Beschäftigten arbeitslos.


Wobei einem bei dem Durchgang durch diese Industrieproduktion jegliche Weberromantik abhanden kommt. Denn wenn alleine eine dieser Maschinen angemacht wird, entsteht ein riesiger Lärm, es liegt immer noch ein seltsam öliger Geruch in der Luft und die umherschwirrenden Fasern waren bestimmt auch keine Wohltat für die Lungen der WeberInnen.
Trotzdem auf jeden Fall empfehlenswert sich einmal diese Seite der Textilproduktion anzuschauen. Wobei zu beachten ist, dass es immer nur um 14 Uhr eine Führung gibt, man kann nicht eigenständig durch die Hallen gehen. Aber die Führung ist auch sehr informativ und empfehlenswert.

Dienstag, 25. Juni 2019

Auf den Spuren der sächsischen Weber I

Lange, lange angedacht und nun endlich verwirklicht, habe ich eine Reise nach Zittau. Mit einer bayrischen Spinnfreundin habe ich eine sächsische Spinnfreundin besucht. Gemeinsam begaben wir uns auf die Spuren der sächsischen Weber.

Eine Station war das Deutsche Damast- und Frottiermuseum in Großschönau. Schon der Ortskern selbst ist sehr schön und bietet viele tolle Fotomotive mit den gut erhaltenen Umgebindehäusern.



Besonders spannend fand ich den Frottiergeweben auf den Grund zu gehen. 
Wie funktioniert das wohl?


In dem Museum steht der einzige funktionstüchtige Frottier-Handwebstuhl in Deutschland und ich bin auch dem Geheimnis auf den Grund gegangen. Auf dem unteren Kettbaum ist die normale Gewebekette, von dem oberen Kettbaum läuft ganz locker, die Kette, die die Frottierschlingen bildet.


Abwechselnd wird die Grundkette und die obere Kette angeschlagen.






Der ganze stolz des Museums sind die Damastgewebe, die auf vielen Webstühlen und in


zahlreichen Varianten gezeigt werden.





Mit dieser Maschine werden die erforderlichen Lochkarten hergestellt.


Ein Gerät zur Verarbeitung von Garnresten, 


mit diesem Ergebnis. 


Das Museum ist für alle textilbegeisterten Menschen sehr empfehlenswert, auch die Homepage bietet bereits viele schöne Eindrücke. In der MDR- Mediathek gibt es auch einen schönen Film.
Von unserer nächsten Station, dem Industriemuseum in Crimmitschau, berichte ich in den nächsten Tagen.

Samstag, 8. Juni 2019

Blau gemacht


Heute haben wir mit der Spinngruppe Freudenberg/ Südwestfalen tüchtig blau gemacht.


und gelb und danach grün auch noch






Schon vor einigen Tagen habe ich zuhause diese Löckchen mit Säurefarben gefärbt, ich will sie verweben.


Donnerstag, 23. Mai 2019

Ich werkel noch....

....allerdings komme ich nur langsam voran, der Alltag fordert auch seine Aufmerksamkeit sowie diverse ehrenamtliche Tätigkeiten 


und hier will auch immer mal Unkraut gerupft werden.


Ein wenig was zu sehen gibt es im Webkurs, da ist nach mancher Murkserei nun diese Kette eingezogen und es entstehen Tücher im Waffelmuster.




Ein Tweedgarn passend zu dem zuletzt gezeigten Auberginen-Tweed wurde auch fertig, allerdings bekam ich zwischendurch Zweifel an meinem Projekt, so ruht dies nun erst mal in einer Schachtel.



 Im Garten erfreut mich im Moment die Wolfsmilch 


und dieser Mohn.


Die Färberpflanzen wachsen auch schön heran, so hat sich z.B. die Färberkamille schön versamt und wird mich an vielen Stellen in diesem Sommer erfreuen.


Auch der Reseda wächst fleißig.



Seit einigen Jahren kümmert eine Krapp-Pflanze in meinem Garten, nun habe ich ihr mal einen neuen Platz gegeben, beim Umpflanzen sind auch ein wenig von den färbenden Wurzeln abgebrochen.


Auf diesem Bild kann man schön den roten Kern sehen.


In einigen Tagen wird mein Blog 10 Jahre alt, aus diesem Anlass grüße ich besonders meine langjährigen Leserinnen. Auch wenn meine Bloggerei insgesamt spärlicher geworden ist, so freu ich mich doch selbst auch immer mal wieder daran, nachzuschauen, mit was ich mich im Laufe der Jahre beschäftigt habe.
Vielen Dank für eure Kommentare und Lobesworte!!!

Donnerstag, 28. März 2019

Pommern-Aubergine

Heute will ich mal Fotos von meinem derzeitigen Langzeitprojekt zeigen. Einem Tweedgarn aus Pommernwolle mit Cochenille gefärbt.


Das Vlies hatte ich mir beim letzten Spinntreffen in Rehe gekauft, es ist Rauhwolliges Pommernschaf. Nach dem Waschen hatte ich es schon grob kardiert, damit ich es beim Färben besser händeln kann.


Gefärbt habe ich es mit verschiedenen Cochenille-Rezepten, die dunklen Töne enstehen durch die Beigabe von Eisen.

Danach kam eine längere Zeit des Ausprobierens und Anschauens, denn zwischendurch drängten sich andere Projekte in den Vordergrund.


Schließlich entschied ich mich nur die dunklen Töne mit Sariseide zu vermischen..



Im Moment stricke ich daraus ein Oberteil, aber das wird auch noch ein wenig dauern, bis zur Fertigstellung.


Zwischendurch war auch noch ein wenig Zeit für die März-Aufgabe des Garn-Camps, dort stand ein Cable-Garn auf dem Programm. Ich habe es mit 4 verschiedenen Farben umgesetzt....


.....und weil Garnforschung ja so spannend ist, gleich noch zwei andere vierfädige Garne gesponnen und zwar v.l.n.r. 4-fädiges Garn                         Hawser-Garn                      Cable


Leider haben alle Singles zu viel Drall, aber Versuch macht ja immer klug.
Hier auch noch mal die Strickproben, mir gefällt das einfache 4-fädige Garn am besten.

                    4-fädig                                   Hawser                                      Cable

Alle miteinander stellen auf jeden Fall eine schöne Möglichkeit da, Tweedeffekte ganz ohne weiteres Werkzeug zu erzeugen.